Von damals bis heute ....

Durch Nachforschungen des Vorstandes konnte in einem Buch von Pfarrer Höynk der Hinweis erbracht werden, daß 1764 die Schützenbruderschaft bereits bestanden hat und mit kurfürstlicher Genehmigung ihre Statuten erneuerte. Als vorläufiges Geburtsdatum wurde 1750 festgestellt. Die genauen Anfänge des Schützenwesens sind in Allendorf nicht feststellbar. Sicher kann davon ausgegangen werden, daß die Ursprünge der Schützenbruderschaft in der Notwendigkeit, die Heimat zu schützen und zu verteidigen zu finden sind. 

(Stadtfest am 1. Juli 1924 im historischem Festanzug zur 500-Jahr-Feier von Allendorf)
(Stadtfest am 1. Juli 1924 im historischem Festanzug zur 500-Jahr-Feier von Allendorf)

Ein bis ins Mittelalter zurückreichender Zusammenschluss von Bürgern einer Stadt diente aber nicht nur weltlichen Zielen, sondern war in hohem Maße auch religiös ausgerichtet. Deutlich wird dies daran, daß sie sich stets unter den Schutz eines Heiligen stellt. Auch die strengen Regeln über die Teilnahme am kirchlichen Leben weisen darauf hin.

 

Schutzpatrone wurden die beiden heiligen Franz Xaver und Sebastian.  Während der Hl. Sebastian später als Patron nicht mehr in Erscheinung trat, ist der Hl. Franziskus Xaverius bis zur heutigen Zeit Patron geblieben.

 

Die Erneuerung des Vereinslebens wird im Jahre 1842 durch die Annahme der neuen Statuten am 06. März 1842 eingeleitet. Die neuen Statuten legen die Ziele des Vereins sowohl in allgemeiner, als auch in religiöser Hinsicht fest. Die Hebung des Gemeinsinns, die Förderung des Zusammenhaltens am Ort und mit Nachbargemeinden und die Schießübungen sind mehr allgemeine Ziele.

 

Die ersten Vorstände wurden im Jahr 1842 durch 15 Wahlmänner bestimmt. Dieses Wahlverfahren erfuhr erst durch Beschluss der Generalversammlung am 04. März 1964 eine Änderung. Seitdem wird der Vorstand direkt von der Versammlung gewählt. Auch wird hier ein fester Termin des Schützenfestes festgelegt „die Gesellschaft wird alljährlich in der letzten Hälfte des Monats Juli zusammentreten um Ihr Schützenfest zu feiern. Am 17. Juli 1842 feierte man das erste Schützenfest nach Erneuerung der Statuten.

 

Erster Schützenkönig nach der neuen Ordnung wurde Wilhelm Gipperich, ein in Allendorf angesehener Mann. Die erste Schützenkönigin ist im Jahr 1864 überliefert. In Diesem Jahr schoß Anton Honigmann den Vogel ab, Königin wurde Mathilde Clute-Simon, Für die folgenden Jahre ist die Schützenkönigin nicht überliefert; erst ab 1906 wird in den Aufzeichnungen wieder die Schützenkönigin aufgeführt.

 

(Fahnenweihe 1958)
(Fahnenweihe 1958)

Mit Beschluss der Generalversammlung vom 03. März 1930 wird fast einstimmig beschlossen, einen Hofstaat zu gründen. Dieser vom König selbst bestimmte Hofstaat an beiden Festtagen am Festzug teilzunehmen. Am 05. März 1950 wurde beschlossen, daß der Hofstatt künftig kurze Kleider zu tragen habe.

 

Bereits 1914 beschloss man, daß die Mitglieder des Vereins, wenn sie gemeinsam auftreten, mit Hut erscheinen sollen. Diese neue Sitte erhielt 1930 eine Spezifizierung, dass bei den Festumzügen ein Schützenhut zu tragen sei. Der Schützenhut wurde durch Beschluss der Generlversammlung vom 04. März 1951 durch die noch heute getragene Schützenmütze ersetzt.

 

Die Weihe der ersten Fahne nach Erneuerung im Jahre 1842, das Geschenk zum 50jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Vollmar, die Stiftung eines neuen Fensters für die Pfarrkirche 1917, die Weihe einer neuen Fahne durch Pfarrer Riekschnitz, sowie der kirchliche Segen der Schützenhalle sind weitere Zeichen der Verbundenheit zum kirchlichen Leben.

 

Zur Einleitung des neuen Protokollbuches ab 1930 schrieb der Redant Speier, daß in den Jahren des Weltkrieges 1915 – 1919 die Feier eines Schützenfestes zu unterlassen ist, denn es würde sich nicht geziemen, Feste zu Feiern, während Väter, Söhne und Brüder auf dem Schlachtfeld Not und Entbehrungen erleide.  Auch während des zweiten Weltkriegs fanden keine Schützenfeste statt. Einzig Generalversammlungen wurden in den Kriegsjahren während des zweiten Weltkrieges abgehalten, welche sich auf Kassenberichte und Totenehrungen beschränkte. In der ersten Generalversammlung nach Kriegsende am 24. März 1946 war eine Neuwahl des gesamten Vorstandes erforderlich, da alle bisherigen Vorstandmitglieder eine Wiederwahl ablehnten.

(Abholen der Fahne im alten Rathaus)
(Abholen der Fahne im alten Rathaus)

 

Nach Ende des Krieges wurden alle Schützenvereine von den Alliierten Besatzungsmächten verboten und aufgelöst, weil sie zu jenen Vereinen gerechnet wurden, die militärische Traditionen verfolgten. Nachdem die Militärregierung im Jahre 1946 die Verbände der Schützenbruderschaften wieder zugelassen wurden, konnte am 16 März 1947 der Beschluß zur Abänderung der Satzung im Sinne der Militärregierung gefasst werden. Hier wurde auch beschlossen, wieder ein Schützenfest zu Feiern. Erster Schützenkönig nach dem Krieg wurde Franz Müer.

 

In der Generalversammlung vom 06.März 1949 wurde angeregt, daß die Gefallenenehrung wieder von der Schützenbruderschaft durchgeführt werden soll. Die Militärregierung hatte dagegen nichts einzuwenden. Nur sollen Militärische Handlungen unterbleiben. Auch wurde beschlossen, daß der Kommersabend in Zukunft wieder gehalten werden soll.

 

1953 wird die Einführung von Holzgewehren beschlossen. Alle Mitglieder unter 55 Jahren haben den Festzug mit Gewehr mitzumachen. Ebenso wurde die Beteiligung der Schützenbruderschaft  bei religiösen Feiern beschlossen.

 

Dem am 18.11.1953 in Meschede gegründeten Sauerländer Schützenbund tritt die Schützenbruderschaft mit Beschluss der Generalversammlung vom 07.März 1954 bei.

 

Mit der Errichtung und Einweihung der Mehrzweckhalle am 16. April 1961 sind auf die Schützenbruderschaft durch die erweiterte Nutzung zusätzliche Aufgaben zugekommen. Deshalb wurde vorgeschlagen, im Rahmen der Statuten den jeweiligen Bürgermeister als Beratendes Mitglied in den Vorstand aufzunehmen. Die Änderung der Statuten war die Voraussetzung für die Eintragung ins Vereinsregister.